Jens Gerlach


www.gerlach-j.de

Zypern

im März 2026

 
Im letzten Jahr sind wir nicht viel gereist. Es war ein schlimmes und trauriges Jahr.
Nun bin ich zum ersten Mal allein gereist. Zypern hieß das Ziel, weil wir dort noch nicht gewesen sind.
Zypern wird ja viel bereist und ist allgemein bekannt, so dass es darüber nicht viel Neues zu berichten gibt. Vielleicht kann ich ja das Allgemeinwissen noch mit ein paar neuen Hinweisen bereichern und ein paar Tipps hinzufügen.
Ich habe mich ganz kurz zu einer Last-Minute-Reise hierher und zwar nach Pissouri entschieden. Ich dachte, ich kann dadurch den Frühling etwas vorziehen. Das war aber ein Irrtum. In Berlin war es genau so warm wie hier. Tagsüber sind es Anfang März grade mal 15-20 Grad, nachts geht es auf 10 Grad runter. Da sitzt man abends also nicht mehr an der Pool-Bar.
Nikosia
Die Insel ist größer als man zunächst denkt. Ich bin heute von Pissouri in die Hauptstadt Nikosia gefahren. Das sind laut Maps 120 km und ich habe dafür heute fast 2 Stunden gebraucht. Zypern hat zwar Autobahnen, aber das Tempolimit liegt bei 100 km/h. Und rund um Limassol war die Autobahn verstopft. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was hier Eleftheria Squarezur Hochsaison los ist. In Nikosia habe ich schnell einen Parkplatz in der City gefunden. Einen guten Überblick über die Stadt hat man vom Shacolas Tower Museum and Observatory. Die City von Nikosia ist nicht besonders sehenswert. Das besondere an der Stadt ist die Geschichte. Mit dem Personalausweis bin ich auf die türkische Seite der Stadt gewechselt. Hier sieht es lebhafter aus als auf der griechischen Seite. Zumindest reiht sich ein Schmuckgeschäft an das andere, nur unterbrochen von Lederjacken und Ramsch. Die Gebäude verfallen. Das schönste war noch die Selimiye-Moschee. Also wieder zurück auf die griechische Seite. Wieder zweimal Ausweis zeigen. Das schönste auf der griechischsprachigen Seite ist noch der Eleftheria Square. Langsam wachsen hier ein paar Hochhäuser, die zukünftig wohl das Stadtbild prägen.
Aphrodite Rock
Auf der Rückfahrt bin ich noch kurz vorm Ziel zu dem Felsen der Aphrodite gefahren. Der ist nämlich ganz in der Nähe von Pissouri. Ist alles touristisch erschlossen mit Parkplatz und Souvenirgeschäft. Die Felsen sehen in der Nachmittagssonne aber sehr schön aus.

Cape AsproAm nächsten Morgen bin ich zu einer kleinen Wanderung aufgebrochen. Vom Strand in Pissouri kann man immer an der Küste entlang zum Cape Aspro und weiter wandern. Es nicht sehr anstrengend, geht immer ein bisschen hoch und runter, mal über Schotter und mal über einen Stein klettern. Mit den richtigen Schuhen und ein bisschen Vorsicht aber kein Problem. Nea Pafos
Am Nachmittag war Kultur angesagt. In Paphos habe ich den Archäologischen Park Nea Pafos besucht, Der ist immerhin UNESCO Weltkulturerbe und war ganz interessant. Das besondere hier sind die vielen sehr gut erhaltenen Mosaiken. Nach einem Kaffee bin ich noch etwas durch die Stadt spaziert, aber das lohnt sich nicht. Das könnte genauso Mallorca, an der Algarve oder sonst wo im Mittelmeer sein. Sieht alles gleich langweilig aus. Avakas Schlucht

An meinem dritten Tag bin ich zur Avakas Schlucht gefahren. Die letzten 1,5 km sind unbefestigte Straße, teilweise ausgewaschen, aber wenn man vorsichtig fährt, kommt man auch mit einem  normalen PKW ran. Ich habe an der Abzweigung zu der Stichstraße, die noch bis zum Parkplatz direkt vor der Schlucht führt, geparkt. Wer mutig ist fährt auch den letzten km noch weiter.
Avakas SchluchtVon hinteren Parkplatz aus läuft man ca. 15 min. bis zum Eingang der Schlucht. Festes Schuhwerk ist angesagt, denn man muss immer wieder über Steine im Wasser balancieren. Ich war jetzt im März dort und der Wasserstand war niedrig genug, dass man ohne nasse Schuhe durch den Bach kam. Aber im letzten Winter gab es auch wenig Schnee in den Bergen.
Die Schlucht wird nach etwa 500 m sehr eng und erinnert etwas an die Samaria Schlucht auf Kreta.
Danach wird das Tal etwas weiter, bis es schließlich nach einem großen Felsbrocken bergauf und raus aus dem Tal geht. Man kann  bis dahin noch etwa 1 km laufen. Die Schlucht sollte man unbedingt besucht haben.
Ich bin den gleichen Weg zurück, es soll aber auch einen Rundweg oben am Berg geben.
In Paphos habe ich mir am Nachmittag noch die Königsgräber angesehen. Kann man machen, muss man aber nicht.

Troodos GebirgeHeute habe ich erst mal am Vormittag die Sonne genossen. Es kann doch nicht sein, in Zypern den Frühling genießen und nicht einmal den Bauch in die Sonne halten. Aber nach zwei Stunden hatte ich genug. Jetzt bin in zum Mount Olymbus (2026m hoch) im Troodos Gebirge hochgefahren. Dort  gibt es eine schöne Wanderung einmal um den Berg herum, der Artemis Trail. Man kann das Auto am Callum´s Corner (s.Google Maps) parken und dort mit der Wanderung beginnen. Der Weg ist recht gutTroodos Gebirge markiert. Nur einmal an einer Seilbahnstation habe ich den Weg verloren und Komot gebraucht, um ihn wieder zu finden. Es sind 7,5 km, die man locker in 2 Stunden schafft. Es geht kaum hoch und runter und man bleibt fast immer auf der gleichen Höhe. Aber ordentliche Schuhe anziehen, denn es gibt auch steinige und felsige Stellen.
Ich hatte am Nachmittag noch etwas Zeit und bin noch nach Limassol rein gefahren. Aber das lohnt sich absolut nicht! Die Stadt ist einfach hässlich, nur am Hafen gab es ein paar besuchbare Cafés.
Pissouri Beach
Am letzten Tag musste ich ja unbedingt auch einmal an den Strand. Die meisten Strände sind hier auf der Insel steinig, Sand gibt es nur wenig. Man liegt zwar etwas hart, aber es hat den Vorteil, dass nicht an allen Sachen Sand dran klebt. Und vor allem – das Wasser ist glasklar. Bis Mittag hab ich es ausgehalten, dann wurde es langweilig und die Gefahr eines Sonnenbrands zu hoch. Nach einem kleinen Mittagessen im Hotel bin nochmal zu einen Kulturausflug aufgebrochen. Hab mir eine alte Burg und ein altes Kloster, dass grade restauriert wird, angesehen. In die noch aktiven Kloster kommt man schwer rein. Da sollte man sich vorher schlau machen und ggf. anmelden, wenn man das will. Unterwegs habe ich noch einen Abstecher zum großen Salzsee südlich von Limassol gemacht. Dort soll es Flamingos geben, aber die waren leider alle ausgeflogen.
Ja, und das war´s auch, Morgen geht’s wieder zurück nach Berlin.

Und mein Fazit zu Zypern: Ist eine Mittelmeerinsel, wie viele andere auch. Hat landschaftlich ein paar schöne Ecken zu bieten, aber die Städte sind hässlich.

Monastery of Saint Georgios the Spilaion
Und noch mehr Bilder von unseren Reisen gibt´s hier.