Im letzten Jahr sind wir nicht viel gereist. Es war ein schlimmes und trauriges Jahr.
Nun bin ich zum ersten Mal allein gereist. Zypern hieß das Ziel, weil wir dort noch nicht gewesen sind.
Zypern wird ja viel bereist und ist allgemein bekannt, so dass es
darüber nicht viel Neues zu berichten gibt. Vielleicht kann ich ja
das Allgemeinwissen noch mit ein paar neuen Hinweisen bereichern und
ein paar Tipps hinzufügen.
Ich habe mich ganz kurz zu einer Last-Minute-Reise hierher und zwar
nach Pissouri entschieden. Ich dachte, ich kann dadurch den
Frühling etwas vorziehen. Das war aber ein Irrtum. In Berlin war
es genau so warm wie hier. Tagsüber sind es Anfang März grade
mal 15-20 Grad, nachts geht es auf 10 Grad runter. Da sitzt man abends
also nicht mehr an der Pool-Bar.

Die Insel ist größer als man zunächst denkt. Ich bin
heute von Pissouri in die Hauptstadt Nikosia gefahren. Das sind laut
Maps 120 km und ich habe dafür heute fast 2 Stunden gebraucht.
Zypern hat zwar Autobahnen, aber das Tempolimit liegt bei 100 km/h. Und
rund um Limassol war die Autobahn verstopft. Ich möchte mir gar
nicht vorstellen, was hier

zur
Hochsaison los ist. In Nikosia habe ich schnell einen Parkplatz in der
City gefunden. Einen guten Überblick über die Stadt hat man
vom Shacolas Tower Museum and Observatory. Die City von Nikosia ist
nicht besonders sehenswert. Das besondere an der Stadt ist die
Geschichte. Mit dem Personalausweis bin ich auf die türkische
Seite der Stadt gewechselt. Hier sieht es lebhafter aus als auf der
griechischen Seite. Zumindest reiht sich ein Schmuckgeschäft an
das andere, nur unterbrochen von Lederjacken und Ramsch. Die
Gebäude verfallen. Das schönste war noch die
Selimiye-Moschee. Also wieder zurück auf die griechische Seite.
Wieder zweimal Ausweis zeigen. Das schönste auf der
griechischsprachigen Seite ist noch der Eleftheria Square. Langsam
wachsen hier ein paar Hochhäuser, die zukünftig wohl das
Stadtbild prägen.

Auf der Rückfahrt bin ich noch kurz vorm Ziel zu dem Felsen der
Aphrodite gefahren. Der ist nämlich ganz in der Nähe von
Pissouri. Ist alles touristisch erschlossen mit Parkplatz und
Souvenirgeschäft. Die Felsen sehen in der Nachmittagssonne aber
sehr schön aus.

Am
nächsten Morgen bin ich zu einer kleinen Wanderung aufgebrochen.
Vom Strand in Pissouri kann man immer an der Küste entlang zum
Cape Aspro und weiter wandern. Es nicht sehr anstrengend, geht immer
ein bisschen hoch und runter, mal über Schotter und mal über
einen Stein klettern. Mit den richtigen Schuhen und ein bisschen
Vorsicht aber kein Problem.

Am Nachmittag war Kultur angesagt. In Paphos habe ich den
Archäologischen Park Nea Pafos besucht, Der ist immerhin UNESCO
Weltkulturerbe und war ganz interessant. Das besondere hier sind die
vielen sehr gut erhaltenen Mosaiken. Nach einem Kaffee bin ich noch
etwas durch die Stadt spaziert, aber das lohnt sich nicht. Das
könnte genauso Mallorca, an der Algarve oder sonst wo im
Mittelmeer sein. Sieht alles gleich langweilig aus.
An meinem dritten Tag bin ich zur Avakas Schlucht gefahren. Die letzten
1,5 km sind unbefestigte Straße, teilweise ausgewaschen, aber
wenn man vorsichtig fährt, kommt man auch mit einem normalen
PKW ran. Ich habe an der Abzweigung zu der Stichstraße, die noch
bis zum Parkplatz direkt vor der Schlucht führt, geparkt. Wer
mutig ist fährt auch den letzten km noch weiter.

Von
hinteren Parkplatz aus läuft man ca. 15 min. bis zum Eingang der
Schlucht. Festes Schuhwerk ist angesagt, denn man muss immer wieder
über Steine im Wasser balancieren. Ich war jetzt im März dort
und der Wasserstand war niedrig genug, dass man ohne nasse Schuhe durch
den Bach kam. Aber im letzten Winter gab es auch wenig Schnee in den
Bergen.
Die Schlucht wird nach etwa 500 m sehr eng und erinnert etwas an die Samaria Schlucht auf Kreta.
Danach wird das Tal etwas weiter, bis es schließlich nach einem
großen Felsbrocken bergauf und raus aus dem Tal geht. Man
kann bis dahin noch etwa 1 km laufen. Die Schlucht sollte man
unbedingt
besucht haben.
Ich bin den gleichen Weg zurück, es soll aber auch einen Rundweg oben am Berg geben.
In Paphos habe ich mir am Nachmittag noch die Königsgräber angesehen. Kann man machen, muss man aber nicht.

Heute
habe ich erst mal am Vormittag die Sonne genossen. Es kann doch nicht
sein, in Zypern den Frühling genießen und nicht einmal den
Bauch in die Sonne halten. Aber nach zwei Stunden hatte ich genug.
Jetzt bin in zum Mount Olymbus (2026m hoch) im Troodos Gebirge
hochgefahren. Dort gibt es eine schöne Wanderung einmal um
den Berg herum, der Artemis Trail. Man kann das Auto am Callum´s
Corner (s.Google Maps) parken und dort mit der Wanderung beginnen. Der
Weg ist recht gut

markiert. Nur einmal an einer Seilbahnstation habe ich den Weg verloren
und Komot gebraucht, um ihn wieder zu finden. Es sind 7,5 km, die man
locker in 2 Stunden schafft. Es geht kaum hoch und runter und man
bleibt fast immer auf der gleichen Höhe. Aber ordentliche Schuhe
anziehen, denn es gibt auch steinige und felsige Stellen.
Ich hatte am Nachmittag noch etwas Zeit und bin noch nach Limassol rein
gefahren. Aber das lohnt sich absolut nicht! Die Stadt ist einfach
hässlich, nur am Hafen gab es ein paar besuchbare Cafés.

Am letzten Tag musste ich ja unbedingt auch einmal an den Strand. Die
meisten Strände sind hier auf der Insel steinig, Sand gibt es nur
wenig. Man liegt zwar etwas hart, aber es hat den Vorteil, dass nicht
an allen Sachen Sand dran klebt. Und vor allem – das Wasser ist
glasklar. Bis Mittag hab ich es ausgehalten, dann wurde es langweilig
und die Gefahr eines Sonnenbrands zu hoch. Nach einem kleinen
Mittagessen im Hotel bin nochmal zu einen Kulturausflug aufgebrochen.
Hab mir eine alte Burg und ein altes Kloster, dass grade restauriert
wird, angesehen. In die noch aktiven Kloster kommt man schwer rein. Da
sollte man sich vorher schlau machen und ggf. anmelden, wenn man das
will. Unterwegs habe ich noch einen Abstecher zum großen Salzsee
südlich von Limassol gemacht. Dort soll es Flamingos geben, aber
die waren leider alle ausgeflogen.
Ja, und das war´s auch, Morgen geht’s wieder zurück nach Berlin.
Und mein Fazit zu Zypern: Ist eine Mittelmeerinsel, wie viele andere
auch. Hat landschaftlich ein paar schöne Ecken zu bieten, aber die
Städte sind hässlich.
Und noch
mehr
Bilder von unseren
Reisen gibt´s hier.