1.und 2. Tag: Berlin – Frankfurt – Peking
Die Reise begann mit dem Flug von Berlin nach Frankfurt. Von Frankfurt
ging es mit der Lufthansa nach Peking. Zunächst musste in
Frankfurt wieder Gepäck ausgeladen, weil die Passagiere nicht an
Board waren. Dadurch hatten wir gleich Verspätung. Nach über
8 Stunden Flug kamen wir endlich am 4. Oktober um 9:20 Uhr Ortszeit in
Peking an.
Am Flughafen wurden wir schon von Herrn Wang, unserem Reisebegleiter
für die nächsten 12 Tage, erwartet. Hier lernten wir auch die
anderen 8 Mitglieder unserer Reisegruppe kennen.
Mit dem Bus sind wir zum Hotel Grand Garden View gefahren. Viel Zeit
zum Ausruhen nach der langen Reise hatten wir allerdings nicht. Obwohl
wir hundemüde waren, immerhin hatten wir die ganze Nacht
durchgemacht
und 6 Stunden Zeitverschiebung mussten wir auch hinnehmen, besuchten
wir
am Nachmittag den Sommerpalast. Inmitten eines großen Parks mit
einem
künstlichen See haben wir die ersten chinesischen Paläste
gesehen.
Mit einem Boot ging´s über den See zum Ausgang aus dem
Garten.
Nach dem Abendessen in unserem Hotel konnten wir endlich ins Bett. Wir
hatten nicht einmal mehr Lust, noch mal in die Stadt zu gehen. Wir
wollten nur noch schlafen.
3. Tag: Peking
Um 8:00 Uhr war heute Abfahrt vom Hotel. Dazu mussten wir schon um 6:30
Uhr aufstehen. Heute stand der erste Höhepunkt auf dem Programm:
Die Große Mauer. Doch zuerst sind wir an einer Perlenzuchtfarm
abgestiegen. Der Besuch solcher typischer einheimischer Produktions-
und natürlich auch Verkaufsstätten
stand leider
in jeder Stadt auf dem Programm. Das gehörte wohl
zur Pflicht. Also haben wir uns die Perlen angesehen, nichts gekauft
und
sind weiter gefahren.
Zunächst sind wir zu den Ming-Gräbern gefahren und haben als
erstes die Geisterstraße besucht, die vom Großen Palasttor
zum zentralen Grab Changling führt. In Stein gehauene Tiere und
konfuzianische Beamte hüten paarweise die Prunkstraße dieses
chinesischen Tals der Könige.
Von den 13 Ming-Gräbern haben wir uns die zum Grab Changling, des
ersten Pekinger Ming Kaisers (1403-24), gehörenden Tempel
angesehen. Das Grab selbst, ein Hügel hinter dem Tempel war noch
nicht geöffnet.
Inzwischen war es Mittag geworden und wir sind zum Essen gefahren.
Einmal Essen am Tag war in der Reise inbegriffen. Es gab natürlich
jeden
Tag chinesisches Essen und den Umgang mit den Stäbchen hatten wir
auch schnell raus.
Nun ging´s weiter zur Großen Mauer. Wir hatten die Wahl
zwischen den Orten Badaling, wo alle Touristen hingefahren werden, oder
Jinshanling, weniger bekannt, aber den Beschreibungen nach genauso
schön. Aufgrund der
Touristenmassen, die sich gerade durch Peking wälzten (die
Chinesen hatten nach dem Nationalfeiertag am 1. Oktober alle eine Woche
Urlaub)
entschieden wir uns für Jinshanling. Zum höchsten Punkt der
Mauer
führten uns 1748 Stufen, aber keine Treppenstufen, wie wir sie
kennen,
sondern teilweise doppelt so hoch. Es war also sehr anstrengend, aber
dafür
wurden wir durch wunderschöne Ausblicke auf die Mauer und das sie
umgebende Hügelland belohnt. Den Muskelkater sollten wir an den
nächsten
Tagen zu spüren bekommen.
Am späten Nachmittag fuhren wir nach Peking zurück. Obwohl
wir etwas geschafft waren, sind wir noch mit dem Taxi ins Zentrum von
Peking gefahren. Es war ja unser letzter Abend in der Stadt. Das
Zentrum hat uns sehr beeindruckt. Es war eine moderne bunte Stadt
voller Menschen und Trubel. Nachts 22 Uhr hatten alle Geschäfte
offen. Die Stadt war ein einziges Lichtermeer, bunt und belebt. So
hatten wir uns Peking, die Stadt mit 13
Mio. Einwohnern, nicht vorgestellt. Wir sind in ein chinesisches
Restaurant
zum Abendessen gegangen und hatten Glück, dass wir eine
englischsprachige Speisekarte bekamen. So wussten wir wenigstens, was
für Essen wir bestellten. Es hat auch ganz gut geschmeckt. Beim
Spaziergang über den Nachtmarkt mit seinen Garküchen kam bei
uns allerdings kein Appetit auf. Beim
Anblick der Frösche, Schlagen und Spatzen auf den Spießen
sowie
den Gerüchen hat es uns eher die Kehle zugeschnürt.
Mit dem Taxi sind wir durchs nächtliche Peking für nur 2,20€
zurück zum Hotel gefahren.
4. Tag: Peking
Wir mussten wieder zeitig aufstehen, denn um 8 Uhr war wieder Abfahrt.
Zuerst sind wir zum Tjenamen, dem Platz des himmlischen Friedens
gefahren. Der Platz war ringsum eingezäunt und man darf ihn erst
nach einer
Kontrolle betreten. Eine Folge der demonstrativen Selbstverbrennungen,
die es auf diesem Platz gab, die letzte war erst im August dieses
Jahres.
Auf dem Platz steht das Mausoleum für den Vorsitzenden Mao (das
„Maosoleum“)
und die Große Halle des Volkes. Beides haben wir aber nicht
besucht.
Wir strebten in Richtung des Kaiserpalastes, der Verbotenen Stadt.
Über
das Tor des Himmlischen Friedens haben wir sie betreten. Über dem
Tor
hängt ein überdimensionales Maoporträt. Die Spuren der
Studentendemonstration
von 1989 (Farbeier) sind natürlich längst beseitigt.
Die Verbotene Stadt betritt man über
mehrere Tore, der Hauptzugang ist das Mittagstor. Durch dieses Tor
gelangten wir auf den zentralen Hofplatz mit dem Goldwasserkanal und
seinen fünf Marmorbrücken. Stufen
führten uns hinauf zu dem von zwei Bronzelöwen bewachten Tor
der
Höchsten Harmonie. Hier wurde das kaiserliche Siegel aufbewahrt
und
Audienzen gewährt. Hinter diesem Tor betraten wir das
Herzstück
des Palastes mit seinen drei großen Zeremonienhallen. Die erste
war
die Halle der Höchsten Harmonie mit dem Drachenthron des Kaisers.
In
der Mitte des Hofes steht eine kleinere Halle, die Halle der Mittleren
Harmonie
und Abschluss des Hofes bildet die Halle der Bewahrung der Harmonie.
Über
den Palastgarten mit Wasser und künstlichen Felsen haben wir die
Verbotene
Stadt verlassen. Wir waren sehr beeindruckt, aber auch etwas
überfordert
von der Vielzahl der Paläste mit unterschiedlichsten Namen und
Bedeutungen.
Zum Glück haben wir uns ein Buch über den Kaiserpalast
gekauft,
wo wir alles in Ruhe nochmals nachlesen können.
Während wir auf den Bus gewartet haben, wurden wir von sogenannten
Hallo-Händlern umlagert. Sie heißen Hallo-Händler, weil
„Hallo“ das einzige uns verständliche Wort ist, mit dem sie auf
sich aufmerksam machen. So etwas aufdringliches hatten wir bis dahin
noch nicht erlebt.
Zunächst ging´s zum Mittagessen. Danach sind wir auf unseren
Wunsch in eine chinesische Apotheke gefahren, wo uns zunächst ein
Vortrag
über chinesische Medizin gehalten wurde. Bis dahin war´s
noch
interessant. Doch dann wurden uns plötzlich 5-Minuten-Diagnosen
gestellt
und Pulver und Pillen zum Kauf angeboten. Da kamen wir uns dann doch
verarscht
vor.
Der Himmelstempel war unser nächstes Ziel in Peking. Leider war
es auch hier wieder sehr voll, trotzdem war der Tempel sehr schön.
Die Halle der Erntegebete, in dem der Kaiser gutes Gedeihen der
Ackerfrüchte erbat, soll zu den schönsten Bauwerken Chinas
gehören. Außerdem haben wir hier noch das Kaiserliche
Himmelsgewölbe mit der Echomauer besucht.
Bevor wir uns nun zu unserer Peking-Ente
begaben, haben wir noch ein
Stück restaurierte Altstadt besucht. Es ist sicher sehr viel
Altstadt
den uferlos aus dem Boden schießenden Hochhäusern zum Opfer
gefallen, aber das kleine Stück was wir gesehen haben, lässt
hoffen, dass nicht alles verloren ist.
Zum Abendessen gab es heute wie schon gesagt Peking-Ente in einem
Restaurant, wo schon Clinton und andere Honoratioren zu Gast waren. Als
Vorspeise gab es die Innerein der Ente vom Magen bis zum Herz. Die Ente
selbst, knusprig gebacken, wird mit Lauch in einen Fladen eingewickelt.
War ganz interessant, aber ob wir noch mal Peking-Ente bestellen,
wissen wir nicht.
Inzwischen war es spät geworden und wir sind alle ins Hotel zum
Schlafen.
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